Schmerzen beim Kauen, Trinken, Sprechen? Aphthen! - MOOCI

Aphthen - Jetzt alle Informationen erfahren

Aphthen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Mundschleimhaut. Meist sind sie harmlos und heilen ohne Folgen ab. Dennoch können Aphthen das Wohlbefinden von Betroffenen enorm beeinträchtigen, vor allem, wenn sie immer wiederkehrend auftreten. Leidest Du regelmäßig unter Aphthen, solltest Du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, da diese auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen in Verbindung stehen können. Welche Erkrankungen das sind und wie Du Aphthen behandeln kannst, bekommst Du in diesem Beitrag zu lesen.

Dauer

1-4 Wochen

Ausfallzeit

Keine

Stationär

Nicht notwendig
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Was versteht die Medizin darunter?

Aphthen bezeichnen oberflächliche Schädigungen der Schleimhaut, die meist im Mund vorkommen, seltener im Genitalbereich. Eine Aphthe hat in der Regel ein rundes oder ovales Aussehen und ist meist etwa so groß wie eine Linse, mitunter können sie jedoch auch einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern annehmen. Bei sogenannten solitären Aphthen handelt es sich um vereinzelte Aphthen, die nicht wiederkehren. Solche, die über Jahre immer wiederholend auftreten, bezeichnen Ärzte hingegen als habituelle oder chronisch rezidivierende Aphthen.

 

Aphthen befinden sich im Mundbereich

Wie sehen die Symptome aus?

Aphthen lassen sich optisch durch einen oberflächlichen, gelb-weißlichen Belag erkennen, der von einem geröteten Rand umgeben ist und mit starken Schmerzen verbunden sein kann. Anhand der Form und Verteilung lassen sich unterschiedliche Arten von Aphthen unterscheiden. Minor-Aphthen besitzen einen Durchmesser von zwei bis zehn Millimetern und befallen meist die Mundhöhle, wobei ein bis vier solcher gleichzeitig auftreten können. Kommen nur ein bis zwei Aphthen zur selben Zeit vor, die allerdings mit einem Durchmesser von 10 bis 30 Millimetern größer sind, sprechen Mediziner von Major-Aphthen. Eine weitere Art stellen die herpetiformen Aphthen dar, die die Größe eines Stecknadelkopfes haben und vor allem am Zungenrand und der Lippeninnenseite auftreten. Es können bis zu 100 Aphthen gleichzeitig vorkommen. Des Weiteren können bei Vorliegen von Aphthen ein Brennen, Kribbeln und Spannungsgefühl auftreten.

Welche Ursache hat die Erkrankung?

Die genauen Ursachen für habituelle Aphthen sind bislang nicht sicher geklärt. Möglicherweise sind die Schleimhautverletzungen auf eine Immunreaktion des Körpers zurückzuführen. Fallweise scheinen bestimmte Faktoren die Bildung von Aphthen zu fördern. Darunter zählen Zink-, Eisen-, Folsäure- und Vitamin B12-Mangel, Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln wie Nüsse, Zitrusfrüchte und Tomaten, erbliche Einflüsse, mechanische Verletzungen im Mund, entzündungshemmende Medikamente, mangelnde Mundhygiene, ein geschwächtes Immunsystem sowie ein schwankender Hormonhaushalt im Rahmen des weiblichen Zyklus.

Ein Nachweis, dass Viren oder Bakterien an der Krankheitsentstehung beteiligt sind, konnte bislang nicht erfolgen. Ebenfalls können Aphthen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen stehen wie einer HIV-Infektion, Darmerkrankung (Zöliakie, Morbus Crohn, oder Colitis ulcerosa), dem Sweet-Syndrom (einer seltenen Hauterkrankung), Morbus Behçet (einer entzündlichen Gefäßerkrankung) oder Neutropenie (einer Verminderung bestimmter Immunzellen). Für das Auftreten von solitären Aphthen kommen unter anderem akute Infekte, Medikamente, Störungen im Magen-Darm-Bereich und Verletzungen im Mund in Frage.

Wer ist davon betroffen?

Prinzipiell kann jede Person im Laufe ihres Lebens von Aphthen betroffen sein. Häufiger leiden jedoch Erwachsene im mittleren Lebensalter darunter, weniger Kinder und ältere Menschen. Frauen neigen öfter zu dieser Entzündung der Mundschleimhaut als Männer.

 

Aphthen können Schmerzen verursachen

Welche Folgen kann die Erkrankung haben?

Da Aphthen im Mund vorkommen und oft mit Schmerzen und einem Brennen einhergehen, können Probleme beim Kauen, Schlucken, Trinken und Sprechen auftreten. Kommt es zum Aufplatzen der Gebilde, bilden sich entzündete Wunden, wodurch intensivere Schmerzen entstehen können. Zwar heilen die meisten Aphthen nach deren Entstehung innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen wieder ab, doch können sie immer wieder auftreten, wodurch Betroffene ein Leben lang unter Aphthen leiden können. Bei Major-Aphthen kann die Heilungszeit hingegen bis zu sechs Wochen betragen und es besteht das Risiko einer Narbenbildung. In besonders schwerwiegenden Fällen können auch bakterielle Infektionen auftreten.

Was ist der Unterschied zu einer Herpeserkrankung?

Im Gegensatz zu Aphthen, die vorwiegend auf der Zunge, dem Zahnfleisch oder der Innenseite der Lippe auftreten, kommt Herpes meist an der Außenseite der Lippe vor. Des Weiteren stellt sich Herpes als mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf rotem Grund dar, die verkrusten können, nachdem sie aufgebrochen sind. Aphthen haben einen gelb-weißlichen Kopf und sind von einem geröteten Hof umgeben. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Herpes ansteckend ist, Aphthen hingegen nicht.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Die jeweiligen Behandlungsmethoden richten sich allein gegen die Symptome, indem sie diese lindern und den Heilungsprozess beschleunigen, nicht jedoch gegen krankheitsauslösende Faktoren, da diese meist nicht sicher bekannt sind. Sollten Aphthen im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auftreten, muss eine Therapie jener erfolgen.

Medikamentöse Behandlung
Da sich solitäre Aphthen meist schnell von selbst zurückbilden, ist in der überwiegenden Zahl der Fälle keine Behandlung notwendig. Solltest Du unter starken Schmerzen leiden, können sogenannte Lokalanästhetika zur Anwendung kommen. Dabei handelt es sich um betäubende Lösungen oder Cremen, die durch Betupfen der betroffenen Stellen einen schmerzlindernden Effekt erzielen. Dabei häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Benzocain und Lidocain. Ebenfalls solltest Du darauf achten, auf Nahrungsmittel zu verzichten, die zu einer Verstärkung der Schmerzen führen können. Darunter zählen zum Beispiel Zitrusfrüchte, Obstsäfte, Gewürze und alkoholische Getränke. Um zu verhindern, dass es zu keiner Vermehrung von Bakterien in der gereizten Mundhöhle kommt, können Mundspülungen mit sogenannten antiseptischen Wirkstoffen wie Ethacridinlactat, Chlorhexidin oder Hexetidin zum Einsatz kommen.

 

Aphten sind ungefährlich aber schmerzhaft

Auch bei der Behandlung von habituellen Aphthen handelt es sich um eine symptomatische Therapie. Ziel hierbei ist es, die Heilungszeit zu verkürzen, ohne jedoch Einfluss auf den Zeitraum nehmen zu können, in dem die Aphthen wiederkehren. Wie schon bei den solitären Aphthen kann die Behandlung der habituellen Aphthen mittels antiseptischen Mundspülungen und schmerzstillenden Lokalanästhetika erfolgen. Oftmals verschreiben Mediziner Arzneistoffe, die eine entzündungshemmende Wirkung haben. Darunter zählen zum Beispiel Diclofenac und das Antibiotikum Tetracyclin. Sollten die Medikamente bei Dir keine Besserung erzielen, kann es erforderlich sein, kortikoidhaltige Pasten, Gels oder Spülungen mit dem Arzneistoff Triamcinolon oder Prednisolon lokal anzuwenden.

Bei schwerwiegenden Fällen kann neben einer lokalen Therapie zusätzlich eine systemische Behandlung angezeigt sein. Das bedeutet, dass Du Wirkstoffe wie Dapson, Colchicin oder Prednisolon in Tablettenform zu Dir nimmst und diese nach Aufnahme über den Darm in Deinen Blutkreislauf gelangen und eine Wirkung in Deinem gesamten Körper erzeugen können.

Lasertherapie
Zahnärzte können Aphthen unter örtlicher Betäubung innerhalb von ungefähr zwei Minuten mit dem Laser abtragen. Dabei entsteht zunächst eine bräunlich schwarze Kruste auf der Aphthe, die sich nach wenigen Tagen in eine weiße Kruste umwandelt. Die gelaserte Aphthe heilt dabei schmerzfrei ab. Die Kosten für eine Aphthenbehandlung mittels Laser betragen etwa 50 bis 80 Euro.

Was muss ich während einer Behandlung beachten?

Da die Arzneimittel neben den erwünschten Wirkungen auch über mehr oder weniger ausgeprägte Nebenwirkungen verfügen, solltest Du Dich an die besprochenen Vorgaben Deines Arztes halten und die Medikamente nicht selbstständig absetzen oder ihre Dosierung verändern. Colchicin beispielsweise verursacht bei fast der Hälfte der Patienten als Nebenwirkung Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Während einer Behandlung mit Colchicin ist für eine sichere Empfängnisverhütung zu sorgen. Empfängnisverhütende Maßnahmen sind ebenso angezeigt bei Frauen bis drei und bei Männern bis sechs Monate nach Absetzen der Therapie.

 

Honig kann bei Aphthen helfen

Gibt es auch Hausmittel gegen Aphthen?

Um den Heilungsprozess zu beschleunigen und Schmerzen zu lindern, kannst Du Hausmittel verwenden. Zu empfehlen sind feuchte Teebeutel und Eiswürfel, die Du direkt auf die betroffenen Stellen auflegen kannst. Des Weiteren kannst Du ein paar Tropfen Teebaumöl in Wasser geben und mit dieser Mischung den Mund mehrmals täglich spülen, was die Vermehrung von Bakterien verhindern soll. Den gleichen Effekt kannst Du erzielen, indem Du Honig mit Kurkuma mischst und die dabei entstehende Paste auf die jeweilige Partie aufträgst. Weitere Hausmittel, die Du gegen Aphthen einsetzen kannst, sind unter anderem Backpulver, Süßholzwurzel, Aloe Vera und Koriander.

Sind Aphthen ansteckend?

Aphthen sind nicht ansteckend. Eine Übertragung beim Küssen oder durch gemeinsame Nutzung von Geschirr ist demnach auszuschließen.

Kann ich Aphthen vorbeugen?

Da die genaue Ursache für die Entstehung der Aphthen in den meisten Fällen nicht bekannt ist, kannst Du Aphthen nicht sicher vorbeugen. Dennoch kannst Du das Risiko für deren Auftreten minimieren, indem Du auf eine ausgewogene Ernährung achtest und somit einem Zink-, Folsäure- und Vitamin B12-Mangel vorbeugst. Des Weiteren solltest Du möglichst auf harte, saure oder salzige Speisen verzichten, da diese die Mundschleimhaut reizen können. Das gilt auch für eine falsch sitzende Zahnspange oder Zahnersatz, weshalb Du dies von einem Zahnarzt korrigieren lassen solltest, falls dahingehend Probleme bestehen sollten. Allgemein empfehlen wir Dir, auf eine entsprechende Mundhygiene zu achten.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen beteiligen sich in der Regel an den anfallenden Kosten für die notwendigen Medikamente. Private Krankenkassen bezahlen meist auch für eine Lasertherapie zur Entfernung der Aphthen, gesetzliche hingegen nicht. Ob und für welche Kosten Du aufkommen musst, erfährst Du bei unseren Spezialisten während eines individuellen Beratungsgesprächs.
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Aphthen lassen sich gut behandeln

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Aphthen sind oberflächliche Schleimhautschädigungen, die meist im Mund vorkommen, seltener im Genitalbereich
  • Aphthen sind rund bis oval, etwa linsengroß und zeichnen sich durch einen gelb-weißlichen Belag aus, der von einem geröteten Rand umgeben ist
  • Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Faktoren, die mit Aphthen in Zusammenhang stehen können, sind ein Zink-, Eisen-, Folsäure- und Vitamin B12-Mangel, Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, erbliche Einflüsse, mechanische Verletzungen im Mund, entzündungshemmende Medikamente, mangelnde Mundhygiene, ein geschwächtes Immunsystem, ein schwankender Hormonhaushalt im Rahmen des weiblichen Zyklus sowie verschiedene Grunderkrankungen
  • Mediziner unterscheiden solitäre (nicht wiederkehrende) Aphthen von habituellen (wiederkehrenden) Aphthen
  • Aphthen sind nicht ansteckend
  • Verschiedene Medikamente mit beispielsweise antiseptischen oder entzündungshemmenden Wirkstoffen und eine Lasertherapie stehen Dir als Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung
  • Für die medikamentöse Behandlung erfolgt eine Kostenbeteiligung durch die Krankenkassen. Private Krankenkassen bezahlen auch für eine Lasertherapie

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Quellen

Deutsche Dermatologische Gesellschaft

Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016Portal der Zahnmedizin

Sterry, W.: Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011derma.plus

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