Bartholinitis: Entzündung im Intimbereich - MOOCI

Bartholinitis - Jetzt alle Informationen erfahren

Die Bartholinitis ist eine meist einseitige Entzündung des Ausführungsgangs der Bartholin-Drüsen am Scheideneingang, welche in der Regel durch Bakterien hervorgerufen wird. Sie geht mit Schmerzen und starker Schwellung einher und kann zu Bartholin-Zysten führen, welche in einigen Fällen operativ entfernt werden müssen. Allerdings ist Dir selbst die Vorbeugung der Erkrankung möglich.

Dauer

30 Minuten

Ausfallzeit

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Was versteht die Medizin darunter?

Wenn sich der Ausführungsgang einer der beiden Geschlechtsdrüsen neben dem Scheideneingang entzündet, bezeichnen Mediziner diese bakterielle Entzündung als Bartholinitis. Die Entzündung kann eine Bartholin-Zyste verursachen und umgekehrt.

 

Wie sehen die Symptome aus?

Wenn Du bei Dir eine meist einseitig auftretende Schwellung im unteren Drittel einer der kleinen und großen Schamlippen bemerkst, welche sogar die Größe eines Tennisballs erreichen kann und sehr schmerzhaft ist, kann dies auf eine Bartholinitis hindeuten. Weitere Hinweise darauf sind Schmerzen beim Sitzen oder Gehen, eine gerötete Schleimhaut im Schambereich und eventuell Fieber.

Was sind die Ursachen einer Bartholinitis?

Ursache einer Bartholinitis sind immer Bakterien. Diese können auch im oder auf dem gesunden Körper vorkommen wie zum Beispiel Escherichia Coli im Darm oder Staphylococcus aureus auf der Haut oder in der Nase. Aber auch krankmachende Bakterien können die Ursache Deiner Bartholinitis sein. Dazu gehören bestimmte Erreger von Geschlechtskrankheiten, Chlamydien und Gonokokken. Meistens entsteht die Bartholinitis aus einer Bartholin-Zyste. Die betroffene Drüse ist durch einen Stau des Drüsensekrets angeschwollen aber noch nicht entzündet. Durch die Stauung des Sekrets können sich Bakterien allerdings gut vermehren, was dann zu einer Entzündung führt. Es kann allerdings auch passieren, dass sich die Bartholinitis direkt durch eine Infektion mit krankmachenden Bakterien entwickelt, welche aus dem Scheidenvorhof in den Ausführungsgang einer Bartholin-Drüse eingedrungen sind.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Du solltest auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, wenn Du eine Schwellung im Schambereich entdeckst. Er kann dann herausfinden, ob Du tatsächlich an einer Bartholinitis leidest oder ob etwas anderes die Ursache Deiner Beschwerden ist. Auch wenn Du merkst, dass sich die Zyste von selbst entleert hat, solltest Du die Wunde von einem Arzt untersuchen lassen.

Wie erfolgt die Diagnose?

Dein Arzt stellt Dir einige Fragen zu Deinen Symptomen und Deiner Krankheitsgeschichte. Danach untersucht er die Schwellung vorsichtig, um dann gemeinsam mit der Anamnese die Diagnose stellen zu können. Wenn der Arzt Gonokokken im Verdacht hat, kann er einen Abstrich vom Bereich der Scheide und der Harnröhre nehmen, um ihn im Labor auf diese Erreger zu untersuchen.

 

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Am häufigsten betroffen sind Frauen im geschlechtsreifen Alter zwischen 19 und 35 Jahren, und zwar sowohl solche, die nicht genug auf Intimhygiene achten und paradoxerweise auch diejenigen, die sich zu häufig waschen, zu viel Seife oder Intimspray verwenden. Um Dein persönliches Risiko zu minimieren, kannst Du beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden und auf eine gute, aber nicht übertriebene Körperhygiene achten. Frauen, deren Immunsystem nicht einwandfrei funktioniert sind ebenfalls häufiger von einer Bartholinitis betroffen. Weitere Risikofaktoren sind eine bereits bestehende Bartholinzyste, eine Gonorrhöinfektion oder eine Chlamydieninfektion.

Welche Folgen hat die Bartholinitis für die Betroffenen?

Da die Bartholinitis eine Schwellung hervorruft, die von Schmerzen begleitet wird, haben viele Patientinnen Probleme beim Sitzen oder Gehen. Die Zyste selber ist meistens nicht schmerzhaft. Allerdings ist die Bartholinitis sehr gut behandelbar, weswegen es keine langfristigen Folgen für Betroffene gibt.

Welche Körperstellen sind am häufigsten davon betroffen?

Die Bartholin-Drüse tritt ausschließlich im unteren Drittel der kleinen oder großen Schamlippen auf, zusätzlich kann aber auch der Scheideneingang von der Schwellung betroffen sein.

Wie lässt sich die Bartholinitis behandeln?

Im frühen Stadium der Erkrankung können Sitzbäder mit desinfizierenden Wirkstoffen helfen, die Entzündung wieder abklingen zu lassen. Wenn diese allerdings schon weiter fortgeschritten ist, verschreibt Dir Dein Arzt Antibiotika und gegebenenfalls auch Schmerzmittel. Wenn sich bereits ein Abszess gebildet hat, helfen beispielsweise warme Umschläge und Sitzbäder, sodass der Eiter abfließen kann. Danach sollten sich Deine Schmerzen sofort bessern. Wenn diese Therapie erfolglos bleibt, öffnet Dein Arzt den Abszess im Rahmen einer Operation chirurgisch. Falls eine Gonorrhö die Ursache der Bartholinitis ist, muss Dein Partner auch mitbehandelt werden, da es sich hierbei um eine sexuell übertragbare Krankheit handelt.

 

Was muss ich vor und nach einem operativen Eingriff beachten?

Bevor Du operiert wirst, solltest Du dafür sorgen, dass sich der Entzündungsherd vom gesunden Gewebe abkapselt. Wärme und Sitzbäder können die Reifung beschleunigen und dadurch die Vorbedingungen verbessern. Auch nach der Operation sind Sitzbäder empfehlenswert, da sie die Wunde schonend reinigen und die Heilung fördern.

Welche Risiken und Komplikationen können während der Operation auftreten?

Während der Operation selbst sind Risiken und Komplikationen selten. Komplikationen wie eine Entzündung in Folge einer Infektion oder unerwartete Blutungen treten bei jeder Operation mit geringer Wahrscheinlichkeit auf. Die meisten Komplikationen lassen sich vermeiden, wenn der Chirurg auf Hygiene achtet, sowie keine Behandlungsfehler passieren. Wenn Dein Arzt die Wunde komplett zunäht, anstatt die Wände der Abszesshöhle mit der Haut zu vernähen, sodass sie nach außen hin offenbleibt, kann das Sekret nicht abfließen und die Zyste bildet sich erneut. Wenn die Zyste zum Rezidiv neigt, kann Dein Arzt erwägen, die Drüse als Ganzes zu entfernen. Wartest Du zu lange mit dem chirurgischen Eingriff, kann es in seltenen Fällen passieren, dass Keime in die Blutbahn gelangen und es in Folge zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) kommt.

Kann eine Bartholinitis-Zyste auch von selbst platzen?

Ja, es ist möglich, dass die Bartholin-Zyste von selber platzt. Allerdings ist das nicht bei allen Zysten der Fall und die Schwellung kann trotzdem lange bestehen bleiben. Wenn die Zyste voll genug und die Haut an der betroffenen Stelle dünn genug ist, kann Deine Haut an einer kleinen Stelle aufbrechen und das Sekret abfließen. Auch Du selbst kannst Deiner Haut beim Reifungsvorgang helfen. Benutze dafür Zugsalben und Sitzbäder. Allerdings solltest Du, auch wenn sich die Zyste von allein geöffnet hat, Deinen Gynäkologen aufsuchen, welcher dann die Wunde untersucht und sie desinfiziert. Außerdem schaut er nach, ob sich die Zyste komplett entleert hat, in manchen Fällen ist es möglich, dass sich die Zyste wieder füllt. Deswegen ist es auch wichtig, dass die Wunde offengehalten wird, bis sie komplett abgeheilt ist. Auf keinen Fall solltest Du versuchen, die Zyste aufzustechen, da sonst Entzündungsgefahr oder schlimmstenfalls sogar eine Blutvergiftung droht.

Kann der Bartholinische-Abszess erneut auftreten?

Wenn sich die Zyste nicht komplett entleert hat, kann sie sich erneut füllen und wieder Beschwerden verursachen. Deswegen solltest Du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, welcher dann beurteilt, ob sich die Zyste komplett entleert hat.

 

Gibt es auch Hausmittel zur Behandlung?

Es gibt einige wirksame Hausmittel, die Du zur Behandlung einer schmerzhaften Schwellung anwenden kannst. Auch hier sind desinfizierende Sitzbäder mit Kamille oder Meersalz zu empfehlen, Du kannst allerdings auch andere desinfizierende Wirkstoffe verwenden. Das Wasser sollte dabei lauwarm sein. Es kann auch hilfreich sein, die betroffene Stelle mit Pflanzenöl einzucremen, das Moringa oleifera enthält, da es entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Die Verwendung einer Zugsalbe kann helfen, den Abszess schneller reifen zu lassen und dadurch den Eiter früher abfließen zu lassen. Auch Wärme ist ein empfehlenswertes Hausmittel zur Behandlung von Bartholinitis.

Du kannst die betroffene Stelle außerdem mit Rotlicht bestrahlen oder warme Essigwickel auftragen. Tees mit Kamille oder Ingwer sind ebenfalls empfehlenswert. Du solltest Pflanzen wie Löwenzahn, Aloe Vera, Enzian, Zitronengras und Knoblauch in Deine Ernährung integrieren, sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Wie bei allen Erkrankungen ist das beste Hausmittel eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, da dadurch das Immunsystem stabilisiert und gestärkt wird.

Kann ich Bartholinitis vorbeugen?

Ja, Du kannst einer Bartholinitis auch vorbeugen, wenn Du eine schmerzlose Schwellung oder einen Knoten an Deinen Schamlippen bemerkst. Du solltest keine enge und synthetische Unterwäsche tragen und beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden. Benutze pH-neutrale Waschlotionen für die Intimhygiene und vermeide Intimsprays sowie herkömmliche Seife. Diese stören das natürliche Gleichgewicht der Hautflora und machen Deine Haut dadurch anfälliger für Infektionen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung, da es sich hier um eine medizinische Notwendigkeit handelt. Falls Du Dir trotzdem unsicher sein solltest, dann frage am besten bei Deinem Versicherungsträger oder bei unseren Spezialisten nach.

 

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Entzündung des Ausführungsgangs der Bartholin-Drüsen, meist von Bakterien wie Chlamydien oder Gonokokken verursacht
  • Am häufigsten betroffen sind Frauen im geschlechtsreifen Alter zwischen 19 und 35 Jahren
  • Begünstigt durch zu geringes oder zu starkes Ausmaß an Intimhygiene
  • Kann zu Bartholin-Zysten führen, welche abhängig vom Schweregrad eventuell operativ entfernt werden müssen
  • Vorbeugende Maßnahmen wie der Verzicht auf enge und synthetische Unterwäsche und das Verwenden von pH-neutralen Waschlotionen können helfen
  • Die Zyste kann in einigen Fällen von selber platzen, sollte aber auf jeden Fall von einem Gynäkologen untersucht werden

 

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Quellen

lifeline

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