Gürtelrose: Juckende und Bläschen schlagende Haut - MOOCI

Gürtelrose - Jetzt alle Informationen erfahren

Die Gürtelrose wird von denselben Viruserregern verursacht wie die Windpocken, es handelt sich somit um eine Folgeinfektion im Laufe der Lebensjahre. Bei der Erkrankung kommt es zu einem schmerzenden und juckenden Hautausschlag, welcher normalerweise innerhalb weniger Wochen abheilt. Kommt es zu Komplikationen, kann sich die Genesungsdauer verlängern.

Dauer

Etwa einen Monat

Ausfallzeit

Keine

Stationär

Nicht notwendig
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Was versteht die Medizin unter einer Gürtelrose?

Bei der Gürtelrose handelt es sich um die Sekundärinfektion mit dem Varicella-Zoster-Virus, einem sehr ansteckenden Herpesvirus. Das heißt, um Gürtelrose zu bekommen, musst Du vorher schon einmal an Windpocken erkrankt sein. Nach der überstandenen Windpockenerkrankung verbleiben die Viren im Körper, genauer gesagt in den Spinalganglien im Rückenmark. Ist das Immunsystem geschwächt, breiten sich die Viren entlang den Nervenbahnen aus und es kommt zur Gürtelrose.

 

Wie wird der Herpes Zoster diagnostiziert?

Im Anfangsstadium ist die Diagnose der Erkrankung manchmal schwierig. Daher führt Dein Arzt bestimmte Tests durch. Er kann das Virus anhand eines Wundabstrichs direkt nachweisen, Möglichkeiten dafür sind die Polymerase Kettenreaktion oder das Anlegen einer Zellkultur. Der Arzt kann aber auch Dein Blut auf spezifische Antikörper gegen das Varicella-Zoster-Virus analysieren. Wenn die Erkrankung weit genug fortgeschritten ist, ist die Diagnose einfacher. Verlauf und Art der Symptome lassen den Arzt schnell eine Gürtelrose vermuten.

Wie sehen die Symptome der Erkrankung aus?

Es gibt keine einheitlichen Gürtelrose-Symptome, da sie von Fall zu Fall variieren, besonders im Schweregrad. Zunächst fühlst Du Dich einfach nur krank, da die Gürtelrose mit unspezifischen Allgemeinsymptomen beginnt. Nach einigen Tagen bilden sich juckende Bläschen, meistens halbseitig im Bereich des Rückens oder der Brust, sie können aber überall am Körper auftreten. Selten passiert es, dass Gürtelrose-Patienten keinen typischen Hautausschlag, aber starke Schmerzen im betroffenen Gebiet haben. Deine Symptome heilen mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Monats aus.

Wie ist der Krankheitsverlauf der Gürtelrose?

Der Krankheitsverlauf der Gürtelrose lässt sich meist in zwei Phasen einteilen, die Vorläufer- und die Akutphase. In der Vorläuferphase kommt es zu unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und eventuell auch Fieber. Diese Phase dauert etwa zwei bis drei Tage und geht dann in die Akutphase über. Dabei bilden sich im betroffenen Bereich kleine, gruppierte Bläschen auf gerötetem Untergrund. Nach drei bis fünf Tagen ist der Höhepunkt der Erkrankung erreicht. Danach platzen die Bläschen auf und verschorfen. Ansteckend bist Du ab dem Auftreten der Hautbläschen bis zu deren vollständigen Verkrustung.

 

Welche Ursache hat die Erkrankung?

Gürtelrose kannst Du nur bekommen, wenn Du vorher schon an Windpocken erkrankt bist. Nachdem die Windpocken abgeheilt sind, verbleiben die Viren im Körper, genauer gesagt im Rückenmark und verbleiben dort ohne Schaden anzurichten. Sie können allerdings auch wieder aktiv werden, indem sie sich entlang der Nervenbahnen ausbreiten und sich das betroffene Nervengewebe entzündet. Im betroffenen Hautbereich tritt ein schmerzhafter Hautausschlag auf. Auslöser für die erneute Infektion können beispielsweise physischer und psychischer Stress, andere Virusinfekte, AIDS, Krebsleiden, UV-Licht oder Immunsystem-unterdrückende Medikamente sein.

Wer ist am häufigsten von einer Gürtelrose betroffen?

Am häufigsten von einer Gürtelrose betroffen sind Menschen, die schon einmal mit Windpocken infiziert waren. Meistens tritt die Gürtelrose ab einem Alter von 40 Jahren auf, da das Immunsystem mit fortschreitendem Alter nachlässt. Außerdem haben auch anderweitig immungeschwächte Personen ein höheres Risiko für die Erkrankung, sowie gestresste Personen und Menschen, die viel UV-Strahlung ausgesetzt waren.

Ist die Gürtelrose ansteckend?

Ja, die Gürtelrose ist indirekt ansteckend. Du kannst andere Personen, die nicht gegen Windpocken geimpft sind, durch Kontakt mit dem virushaltigen Inhalt des Ausschlags sowie kontaminierten Flächen anstecken. Diese entwickeln nach etwa 14 bis 16 Tagen Inkubationszeit Windpocken, eine direkte Ansteckung mit Gürtelrose ist dagegen nicht möglich. Auch Geimpfte können eine Gürtelrose entwickeln, allerdings deutlich seltener als Menschen, die vorher Windpocken hatten.

Welche Folgen bringt die Gürtelrose mit sich?

Leider sind Komplikationen bei Herpes Zoster häufig. Es kann passieren, dass sich zusätzlich eine bakterielle Infektion im betroffenen Hautgebiet entwickelt, oder Du nach der überstandenen Infektion Narben zurückbehältst. Auch schwerwiegendere Komplikationen sind möglich. Dazu zählt die Post-Zoster-Neuralgie, das sind Nervenschmerzen, die auch nach Abheilen des Ausschlags über Jahre weiterbestehen können. Etwa zehn bis zwanzig Prozent aller Erkrankten, vor allem aber ältere Menschen, sind von dieser Komplikation betroffen. Weiters besteht die Gefahr einer Hornhaut- und Bindehautentzündung bis hin zur Erblindung, wenn die Gürtelrose im Bereich des Gesichts auftritt. Genauso verhält es sich mit der Entzündung des Hörnervs. Hier besteht die Gefahr der Ertaubung. Außerdem gibt es ein gewisses Risiko für Lähmungen nach einer Gürtelrose, vor allem einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Ebenfalls möglich ist eine Hirnhautentzündung, wenn die Gürtelrose die Hirnnerven betrifft.

 

Welche Körperstellen sind am häufigsten betroffen?

Da sich die Gürtelrose häufig am Rücken oder im Brustbereich entwickelt, sieht der Ausschlag gürtelförmig aus. Daher auch der Name der Krankheit. Allerdings kann der Ausschlag auch andere Körperregionen betreffen, wie zum Beispiel Kopf, Hals, Bein oder Arm. Der Ausschlag beschränkt sich dabei normalerweise auf eine Körperseite. Bei stark geschwächtem Immunsystem können mehrere Hautareale betroffen sein, bis hin zu der gesamten Körperoberfläche. Dann ist die Gürtelrose schwer von einer Windpockenerkrankung zu unterscheiden. Auch im Gesicht kann sich die Gürtelrose entwickeln. Vorsicht ist geboten, wenn die Hornhaut des Auges betroffen ist, in diesem Fall kann sich eine Hornhautentzündung entwickeln.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Gegen die Schmerzen kann Dir Dein Arzt Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol verschreiben, welche auch fiebersenkend wirken. Um den Hautausschlag zu behandeln, verschreibt Dir Dein Arzt juckreizstillende Mittel, manche Medikamente fördern auch das Austrocknen der Bläschen oder das Ablösen der Krusten. In einigen Fällen kann Dein Arzt auch direkt die Ursache der Erkrankung behandeln, indem er Dir antivirale Medikamente verschreibt, die die Ausbreitung des Virus im Körper hemmen.

Gibt es auch Hausmittel, welche beim Herpes Zoster helfen?

Bei einer leichten Form der Gürtelrose kannst Du eine Behandlung mit Hausmitteln erwägen. Informiere trotzdem Deinen Arzt über Deine Behandlung. Er kann dann seine Therapie daran anpassen. Naturjoghurt soll das unangenehme Jucken lindern, Kohlwickel sind ein gutes Hausmittel, um die Bläschen auszutrocknen. Eine vitaminreiche Ernährung stärkt Dein Immunsystem und wirkt sich positiv auf den Heilungsverlauf aus. Vor allem Vitamin C, welches in Zitrusfrüchten enthalten ist, hat sich als Hausmittel bewährt. Dabei kannst Du die Vitamine über die Ernährung aufnehmen, aber auch von außen als sanddornhaltige Salbe zuführen. Dies lindert das Jucken und hat einen kühlenden Effekt. Beim Auftragen der Salben solltest Du darauf achten, die Bläschen nicht zu öffnen.

Weitere Hausmittel, die das Abheilen der Bläschen beschleunigen sind zum Beispiel Cantharis, Cantharidenpflaster, Anagallis arvensis, ölhaltige Tinkturen und Magnesium. Gegen die Schmerzen und den Juckreiz eignen sich beispielsweise Chilipflaster oder -wickel, alternativ kannst Du auch ein Heizkissen verwenden. Du musst allerdings die Bläschen vorher mit einem Stofftuch bedecken, da sie durch den erhöhten Druck platzen und die infektiöse Flüssigkeit austritt. Du wirst schnell eine Besserung der Beschwerden bemerken, allerdings kommt es manchmal vor, dass vor der Besserung eine Erstverschlimmerung auftritt. Dabei verstärkt sich zunächst die Intensität der Gürtelrose-Symptome.

 

Wie lange dauert die Heilung?

Normalerweise heilt die Erkrankung innerhalb weniger Wochen aus. Nachdem die Bläschen aufgeplatzt sind, verkrusten sie und nach einigen Tagen fällt der Schorf ab. Meistens ist die Erkrankung nach einem Monat überstanden, nur selten dauert die Gürtelrose mehr als acht Wochen.

Lässt sich die Erkrankung vollkommen heilen?

Die Symptome der Gürtelrose lassen sich lindern und auch die akute Erkrankung selbst ist limitiert. Sind die Viren allerdings einmal im Körper, wirst Du sie auch nicht mehr los. Solange das Virus aber inaktiv ist, merkst Du nichts davon. Das wichtigste ist ein starkes und intaktes Immunsystem.

Kann ich die Erkrankung vorbeugen?

Der Erkrankung kann vorgebeugt werden, indem Erkrankte es vermeiden, an dem juckenden Ausschlag zu kratzen. Dadurch verringert sich das Risiko einer Ansteckung.
 Seit 2018 gibt es einen Impfstoff gegen Gürtelrose, der das Risiko senkt, an Herpes Zoster zu erkranken. Er besteht aus abgetöteten Erregern und einem Wirkverstärker. Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfungen im Abstand von zwei bis sechs Monaten nötig.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Wenn die Impfung gegen Gürtelrose zu einer Standardimpfung werden sollte, übernehmen die Krankenkassen die Kosten dafür. Die Kosten für die Behandlung der Gürtelrose tragen ebenfalls die Versicherungsträger. Bei Fragen zu den Kosten kannst Du Dich auch gerne an unsere Spezialisten wenden.

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Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Gürtelrose ist die Zweitinfektion mit Varicella-Zoster-Viren
  • Das Virus verbleibt nach einer Infektion mit Windpocken im Körper und kann auch nach Jahren wieder aktiv werden
  • Das bekannteste Symptom der Gürtelrose ist der charakteristische halbseitige Ausschlag
  • Der Inhalt der Bläschen ist hochinfektiös und kann Windpocken auslösen
  • Die Behandlung erfolgt antiviral und symptomatisch
  • Nach etwa einem Monat ist die Gürtelrose überstanden
  • Es gibt einen Impfstoff gegen Gürtelrose, dessen Kosten die Krankenkassen übernehmen, falls die Impfung zu einer Standardimpfung wird

 

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Quellen

Universitätsklinikum Heidelberg (letzter Zugriff: 17.06.2019)

Ärztezeitung.at (letzter Zugriff: 17.06.2019)

Deutsche Dermatologische Gesellschaft

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