Was kann ich bei einer Kontaktallergie tun? - MOOCI

Kontaktallergie - Jetzt alle Informationen erfahren

Juckreiz, Hautrötungen und Quaddelbildungen – was beim ersten Lesen relativ harmlos klingen mag – kann für Betroffene zur Qual werden. Unter solchen Beschwerden leiden häufig Personen, die von einer Kontaktallergie betroffen sind. Weshalb diese Erkrankung sogar einen Berufswechsel zwingend erforderlich machen kann und wie Du eine Kontaktallergie behandeln kannst, erfährst Du in diesem Beitrag!

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Was versteht die Medizin darunter?

Die Kontaktallergie – auch allergische Kontaktdermatitis oder allergisches Kontaktekzem genannt – bezeichnet eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems nach Hautkontakt mit bestimmten Substanzen, in deren Folge sich auf der entsprechenden Hautstelle durch eine Entzündungsreaktion eine typische Symptomatik zeigt.

Wie sehen die Symptome aus?

Als erste Symptome können sich ein Juckreiz oder ein Brennen bemerkbar machen. Weiterhin typisch sind eine Rötung, Schwellung, nässende Bläschen und eine Quaddelbildung an den Hautstellen, die mit der allergischen Substanz in Berührung gekommen sind. Meist treten die Beschwerden etwa ein bis drei Tage nach dem Hautkontakt mit dem entsprechenden Stoff auf. Wenn der Hautkontakt über einen längeren Zeitraum besteht, kann es zusätzlich zur Krusten- und Schuppenbildung kommen.

 

Wie lässt sich die Allergie diagnostizieren?

Während des Patientengesprächs stellt Dir Dein behandelnder Mediziner unter anderem folgende Fragen in Bezug auf Deine Krankengeschichte: Wann sind die Symptome erstmalig aufgetreten? An welchen Stellen treten die Beschwerden auf? Sind bereits Allergien bekannt?

Anhand Deiner Beschreibung kann der Arzt bereits einen ersten Verdacht äußern, ob es sich um eine Allergie handelt. Anschließend untersucht er die entsprechenden Hautstellen genauer und führt einen Epikutantest durch. Hierbei trägt er die für die Kontaktallergie infrage kommenden Stoffe auf Deinen Rücken auf und deckt diese mit speziellen Pflastern ab. Nach etwa zwei Tagen entfernt er die Pflaster wieder und kann anhand einer möglich Hautrötung und Quaddelbildung beurteilen, ob bei Dir eine Kontaktallergie gegenüber diesen Stoffen vorliegt.

Welche Ursache hat die Kontaktallergie?

Der Kontaktallergie liegt eine Überempfindlichkeitsreaktion des körpereigenen Immunsystems zugrunde und lässt sich wie folgt beschreiben. Ein Stoff, der per sé ungefährlich sein kann, dringt in die Haut ein. Hier sitzen körpereigene Immunzellen, die sogenannten Langerhans-Zellen. Diese umgangssprachlich auch als Fresszellen bezeichneten Immunzellen sind in der Lage, den eingedrungenen Stoff in sich aufzunehmen, anschließend zu verarbeiten und schließlich an der eigenen Zelloberfläche zu präsentieren. Nachdem diese Fresszellen in regionale Lymphknoten des Körpers gewandert sind, erfolgt hier eine Interaktion mit einer anderen Sorte von Immunzellen, den naiven T-Lymphozyten. „Naiv“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass diese Zellen nicht aktiviert vorliegen.  Da die naiven T-Lymphozyten nun aber den an der Zelloberfläche der Fresszellen präsentierten, vorher verarbeiteten Stoff erkennen, kommt es über komplexe Mechanismen zu deren Aktivierung und Vermehrung. Aus den naiven T-Lymphozyten sind nun T-Effektorzellen und T-Gedächtniszellen entstanden.

Wichtig zu verstehen ist, dass bei diesem erstmaligen Kontakt noch keine Symptome auftreten, da der Körper die für den jeweiligen Stoff spezifischen T-Effektorzellen und T-Gedächtniszellen erst bilden muss. Mediziner bezeichnen diese erste Phase als Sensibilisierungsphase. Kommt es nun aber zum abermaligen Kontakt mit dem Stoff, treten nach einer Zeitspanne von vier bis 72 Stunden die typischen Symptome auf. Ursächlich hierfür sind die zuvor beschriebenen T-Gedächtniszellen und T-Effektorzellen, die wiederum andere Immunzellen aktivieren, in deren Folge eine Entzündungsreaktion entsteht.

 

Welche Stoffe bergen ein besonders hohes Risiko eine Allergie auszulösen?

Prinzipiell kann jeder Stoff eine Allergie auslösen, wenn die betroffene Person darauf überempfindlich reagiert. Ein erhöhtes Risiko besteht jedoch für Metalle wie Nickel oder Kobalt, Duftstoffe, bestimmte Pflanzen wie Arnika und Beifuß, p-Phenylendiamin in Haarfärbemitteln, Konservierungsmittel in Kosmetika und lokal anzuwendende Antibiotika wie Neomycin und Framycetin. Hierbei sei nochmal zu erwähnen, dass die Stoffe, die eine Allergie auslösen können, in der Regel völlig harmlos sind, aber das Immunsystem im Körper bei Kontakt mit den Substanzen überempfindlich reagiert.

Wer ist davon betroffen?

Die Kontaktallergie ist eine relativ häufige Erkrankung der Haut. In Europa ist schätzungsweise jede fünfte Person von einer Kontaktallergie gegen mindestens einen Stoff betroffen, Kinder und Erwachsene in der Regel gleichermaßen. Bei bestimmten allergenen Substanzen bestehen hinsichtlich der Häufigkeit des Auftretens Geschlechterunterschiede.
Beispielsweise tritt die Kontaktallergie gegen Metalle bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Das ist allerdings nicht darauf zurückzuführen, dass Frauen empfindlicher reagieren, sondern häufiger Modeschmuck tragen.

Was für Folgen kann eine Kontaktallergie haben?

Besteht eine Kontaktallergie über längere Zeit, ergibt sich daraus ein erhöhtes Risiko für Infektionen der betroffenen Hautstellen mit Bakterien und Pilzen, die wiederum Symptome in Form von Rötungen, Schwellungen und Schmerzen hervorrufen können.

Da viele Berufsgruppen wie zum Beispiel Friseure oder Zahntechniker tagtäglich mit allergenen Substanzen in Berührung kommen, besteht für diese ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Kontaktallergie. Wenn hierbei keine Möglichkeit besteht, sich vor den Stoffen zu schützen oder Schutzmaßnahmen nicht wirken, sind Betroffene unter Umständen gezwungen, den Beruf zu wechseln.

 

Welche Formen gibt es?

Anhand der zeitlichen Dauer, mit der ein Allergen auf die Haut einwirkt, können Mediziner eine Kontaktallergie in eine akute, subakute und chronische Form einteilen. Die akute Kontaktallergie entsteht durch einen kurzzeitigen, aber intensiven Kontakt mit einer allergenen Substanz. Es können Rötungen, Bläschen und Juckreiz auftreten. In den meisten Fällen sind die Hautveränderungen auf die mit der Substanz in Berührung gekommenen Hautstellen begrenzt.

Kommt es zum Einwirken geringer Mengen des Allergens auf die Haut, welches allerdings fortdauernd besteht, führt dies zur subakuten Kontaktallergie. Neben einer nässenden und juckenden Hautrötung kann auch eine Schuppung der Haut auftreten. Bei ständigem Kontakt mit einem Allergen, von dem verschiedene Berufsgruppen betroffen sein können, kann sich die Haut sehr trocken, grob, verdickt und gerötet darstellen. Typisch ist weiterhin eine starke Schuppung. Mitunter können sogar Hautpartien betroffen sein, die nicht mit einem entsprechenden Stoff in Berührung gekommen sind.

Wie kann ich eine Kontaktallergie behandeln lassen?

Medikamentöse Therapie
Die Behandlung der Hautveränderungen erfolgt meist mit kortisonhaltigen Salben, die Du auf die Haut auftragen kannst. Kortison sorgt für einen entzündungshemmenden Effekt, indem es die überschießende Immunantwort vermindert. Da Kortison aber ebenso eine hautverdünnende Wirkung besitzt und zahlreiche andere Nebenwirkungen hat, ist die Anwendungsdauer meist begrenzt und es müssen Unterbrechungen der Therapie erfolgen, bevor Du Kortison wieder auf die Haut auftragen kannst. Wie lange sich die Symptome mit Kortison behandeln lassen, ist individuell verschieden.

Sollte die lokale Anwendung von Kortison keine Besserung erzielen, ist auch die Einnahme des Wirkstoffs in Tablettenform möglich. Gegebenenfalls können auch alternative Wirkstoffe zur Anwendung kommen, wie zum Beispiel Alitretinoin, die ebenfalls eine immununterdrückende und entzündungshemmende Wirkung haben. Alitretinoin können Mediziner zur Behandlung eines chronischen Handekzems verschreiben. Da der Wirkstoff auch eine fruchtschädigende Wirkung besitzt, also ein ungeborenes Kind im Mutterleib schädigen kann, muss bei Frauen im gebärfähigen Alter während der Therapie und zusätzlich vier Wochen im Anschluss daran eine Empfängnisverhütung sichergestellt sein.

 

UV-Therapie
Zur Behandlung eines chronischen Handekzems eignet sich zudem eine UV-Therapie.
Dabei bestrahlt Dein Hautarzt die betroffene Stelle mit UV-A- oder UV-B-Licht, wodurch es zur Hemmung der überschießenden Immunreaktion kommt. Häufig kombinieren Mediziner die Bestrahlung des UV-A-Lichts mit dem Wirkstoff Psoralen, in der Fachsprache als PUVA („Psoralen und  UV-A-Phototherapie“) bezeichnet. Psoralen dient dazu, Deine Haut für die folgende UV-A-Bestrahlung empfindlicher zu machen. Dafür trägt Dein Arzt eine Creme, die den Wirkstoff enthält, auf die Hautpartie auf. In der Regel sind mehrere Sitzungen notwendig, um die Symptome erfolgreich behandeln zu können.

Was ist der Unterschied zur toxischen Kontaktdermatitis?

Bei der toxischen Kontaktdermatitis entstehen die Hautveränderungen durch giftige Stoffe wie Säuren oder Laugen, wie sie beispielsweise in Reinigungsmitteln enthalten sein können.
Die Symptomatik kann zwar der allergischen Kontaktdermatitis ähneln, allerdings kommt es hierbei zu keiner allergischen Reaktion.

Lässt sich die Kontaktallergie vollständig heilen?

Eine Kontaktallergie lässt sich nicht vollständig heilen. Die beschriebene Therapie richtet sich allein gegen die mit der Erkrankung verbundene Symptomatik. Eine einmal erworbene Kontaktsensibilisierung bleibt jedoch ein Leben lang bestehen. Eine ursächliche Behandlung ist derzeit nicht möglich.

 

Gibt es auch Hausmittel, welche die Symptome lindern?

Natürliche Mittel können den Juckreiz lindern und entzündungshemmend wirken. Darunter zählen beispielsweise Brennnessel, Kamille, Apfelessig, Ringelblume, Olivenöl, Pfefferminze und Aloe Vera. Wenn Du die Symptome einer Kontaktallergie mit Hausmitteln lindern möchtest, solltest Du beachten, dass einige von diesen selbst allergische Reaktionen hervorrufen können. Wenn Du Dir unsicher bezüglich der Anwendung sein solltest, solltest Du Deinen behandelnden Hautarzt aufsuchen, der Dich dahingehend beraten kann.

Kann ich die Kontaktallergie vorbeugen?

Eine sichere Vorbeugung für das Auftreten einer Kontaktallergie existiert nicht. Allerdings kannst Du das Risiko dafür stark reduzieren, indem Du die Substanzen, auf die Dein Immunsystem überempfindlich reagiert, meidest, beziehungsweise Dich vor ihnen schützt, beispielsweise durch Tragen spezieller Kleidung oder Handschuhe.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel beteiligen sich die Krankenkassen an den Kosten für die notwendigen Medikamente. Sollte im Rahmen der ärztlichen Untersuchung ein konkreter Verdacht vorliegen, dass bei Dir eine Allergie vorliegt, übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten für Allergietests, wie zum Beispiel den Epikutantest. Ob eine Kostenerstattung für die UV-Therapie möglich ist, solltest Du selbst bei Deiner Krankenkasse nachfragen.
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Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Die Kontaktallergie bezeichnet eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems nach Hautkontakt mit allergenen Substanzen
  • Allergene Substanzen können Metalle wie Nickel oder Kobalt, Duftstoffe, bestimmte Pflanzen wie Arnika und Beifuß, p-Phenylendiamin in Haarfärbemitteln, Konservierungsmittel in Kosmetika und lokal anzuwendende Antibiotika wie Neomycin und Framycetin sein
  • Folgende Symptome können bei einer Kontaktallergie an den jeweiligen Hautstellen auftreten: Juckreiz, Brennen, Rötungen, Schwellungen, nässende Bläschen, Quaddel-, Krusten- und Schuppenbildung
  • Die Symptome der Erkrankung lassen sich mit entzündungshemmenden Medikamenten – vor allem Kortison – und einer UV-Therapie behandeln
  • Eine vollständige Heilung der Erkrankung ist nicht möglich
  • Die Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für die erforderlichen Medikamente und den Epikutantest

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Die Suche nach einem Arzt, bei dem Du Dich wirklich wohlfühlst, kann sich als schwierig gestalten. Das Internet bietet Dir eine Fülle an verschiedenen Chirurgen und die richtige Auswahl zu treffen fällt meist schwer. MOOCI hat es sich aus diesem Grund zur Aufgabe gemacht, die besten Ärzte an einem Ort zu vereinen. Bei uns kannst Du schnell und einfach mehrere geprüfte Ärzte kontaktieren. MOOCI möchte Dir die Suche nach dem idealen Spezialisten erleichtern. Schaue am besten gleich jetzt nach, welche Spezialisten sich in Deiner Nähe befinden!

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Quellen

Altmeyers Enzyklopädie

Allergieinformationsdienst

 

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin, 2. Auflage, Springer-Verlag, 2011

 

 

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