Du hast Dir die Krätze eingefangen? Keine Panik! - MOOCI

Krätze - Jetzt alle Informationen erfahren

Viele Menschen verbinden mit der Krätze eine Erkrankung des Mittelalters, als längst ausgestorben. Doch keineswegs! Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit bis zu 300 Millionen Infizierten jährlich. Auch in Europa wurden in den letzten Jahren wieder vermehrt Krätze-Fälle bekannt. Weshalb Du die Erkrankung ernst nehmen solltest, woran Du sie erkennst und wie eine entsprechende Behandlung aussieht, haben wir Dir in diesem Beitrag zusammengestellt.

Dauer

Bis zu 3 Tage

Ausfallzeit

Bis zu 3 Tage

Stationär

Nicht notwendig

Was versteht die Medizin darunter?

Bei der Krätze, in der medizinische Fachsprache auch als Skabies oder Scabies bezeichnet, handelt es sich um eine durch Parasiten hervorgerufene ansteckende Hautkrankheit. Da eine Übertragung beim Geschlechtsverkehr erfolgen kann, zählt die Skabies zur Gruppe der sexuell übertragbaren Krankheiten. Der Name der Erkrankung geht auf das lateinische Wort „scabere“ zurück und bedeutet „kratzen“.

 

Was sind die Ursachen?

Auslöser für die Skabies ist die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei), indem die Übertragung meist durch Hautkontakt von Mensch zu Mensch erfolgt. Da die Milben nur zwischen 0,3 bis 0,5 mm groß sind, sind sie meist mit bloßem Auge nicht sichtbar.

Kurze Berührungen, wie etwa beim Händeschütteln, reichen oftmals für eine Infektion nicht aus. Ausnahme hierbei bildet eine hochansteckende Form der Krätze, die Mediziner als Scabies crustosa (Borkenkrätze) bezeichnen. Dagegen besteht bei intensiverem Körperkontakt, beispielsweise beim Kuscheln mit dem Partner oder den Kindern sowie bei der Hilfe bei der Körperpflege, ein höheres Ansteckungsrisiko. Als grobe Richtlinie gilt ein andauernder Hautkontakt ab fünf bis zehn Minuten.

Prinzipiell ist auch eine Ansteckung über die Kleidung oder Decken möglich, aber sehr selten, da die Krätzmilben auf den Menschen als Wirt zum Überleben angewiesen sind. Ebenfalls kann mangelnde Hygiene zur Übertragung beitragen, da dadurch die Zahl der Milben auf der Haut erhöht ist.

Sind die Krätzmilben auf Deine Haut gelangt, paaren sich diese zunächst an der Hautoberfläche, bevor dann die weibliche Krätzmilbe Gänge in die oberste Hautschicht gräbt. Darin legt sie ihre Eier und kleine Kotballen ab. Letztere sorgen für eine Reaktion des Immunsystems, wodurch die typischen Symptome entstehen. Nachdem die Larven aus den Eiern geschlüpft sind, bewegen sie sich an die Oberfläche der Haut, wodurch der Lebenszyklus der Milben erneut beginnt.

Wie sehen die Symptome aus?

Nach etwa zwei bis sechs Wochen treten die ersten Symptome in Form von leichtem Brennen bis zu starkem Juckreiz der betroffenen Hautstelle auf. Am ausgeprägtesten stellt sich der Juckreiz dabei meist nachts dar. Abwehrgeschwächte Personen empfinden hingegen mitunter nur ein schwaches oder gar kein Jucken. Oftmals kratzen sich Betroffene an den juckenden Hautstellen, wodurch kleine oberflächliche Hautverletzungen entstehen, in die Bakterien eindringen können. Mediziner sprechen dann von einer sekundären Infektion.
Die Milbengänge stellen sich als feine rötliche Linien auf der Haut dar, deren Ende mit einem winzigen erhabenen Knötchen versehen ist. Fallweise sind auch nur die Knötchen selbst zu erkennen.

Durch das Kratzen entstehende Entzündungen überdecken meist die Gänge, sodass diese im Verlauf der Erkrankung schlechter sichtbar sind. Das gesamte Hautbild kann sich verschiedenartig darstellen und neben den bereits erwähnten Milbengängen und Knötchen auch Rötungen, Schuppungen, Quaddeln, Pusteln sowie Krusten und Furunkel aufweisen.

Die Borkenkrätze stellt eine starke Form der Skabies dar, die durch einen besonders hohen Milbenbefall gekennzeichnet ist. Oftmals tritt hierbei am gesamten Körper eine Hautrötung auf und es kommt zur Bildung von zahlreichen Schuppen. Dicke Hornhautschichten entstehen und unter diesen Krusten stellt sich die Haut rot und glänzend dar. Mitunter fehlt bei der Borkenkrätze der Juckreiz völlig.

 

Welche Folgen kann die Erkrankung haben?

Vernachlässigen Betroffene ihre Hygiene, erhöht sich dadurch die Gefahr von Komplikationen. Bakterien, zum Beispiel Staphylokokken oder Streptokokken, können dann in die vorgeschädigte Haut eindringen und schwerwiegende Krankheitsbilder, wie eine Wundrose, Eiterflechte, Lymphknotenentzündung oder Blutvergiftung, verursachen.

Wie erfolgt die Diagnose?

Anhand des optischen Erscheinungsbildes Deiner Haut und dem von Dir beschriebenen vor allem nächtlichen Juckreiz, kann Dein behandelnder Dermatologe den Verdacht auf Vorliegen einer Skabies-Erkrankung durch ein Dermatoskop konkretisieren. Dabei handelt es sich um ein lupenähnliches Gerät, mit dessen Hilfe der Mediziner beim Aufsetzen auf die Haut kleinste Details erkennen kann. Krätzmilben am Ende eines Bohrganges sind dadurch vergrößert dargestellt. Anhand der dreieckigen Kontur des Vorderleibs als charakteristisches Merkmal kann der Arzt die Milben identifizieren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit mit einer feinen Nadel Material aus dem Bohrgang zu entnehmen und anschließend unter einem Mikroskop zu untersuchen, wodurch Milben, Eier und Kotballen sichtbar sind.

Wer ist davon betroffen? Gibt es Risikogruppen?

Krätze ist eine weltweit auftretende Erkrankung und kann prinzipiell Menschen jeden Alters betreffen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht jedoch in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Pflegeheimen oder Kindergärten, sowie bei schlechten hygienischen Bedingungen. Dennoch ist eine Skabies-Erkrankung kein Indikator für eine schlechte Hygiene. Statistisch am häufigsten betroffen sind in Mitteleuropa pflegebedürftige Senioren, Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, beispielsweise an AIDS Erkrankte. Auch Personen, die mit Infizierten Kontakt hatten, stellen eine Risikogruppe dar. Darunter zählen beispielsweise Familienangehörige, enge Freunde, Pflegepersonal und Betreuer in Kindergärten.

 

Welche Körperstellen sind besonders betroffen?

Die Skabies tritt bevorzugt an folgenden Körperstellen auf: Handgelenke, Fingerzwischenräume, Ellenbogen, Gesäß, Leistenregion, Umgebung der Brustwarzen und Genitalbereich. Fallweise kann sich die Erkrankung aber auch auf Arme und Beine sowie auf die Finger und das Gebiet um die Nägel ausbreiten. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind besonders häufig die Hände und das Gesicht betroffen.

Wie lässt sich die Krätze behandeln?

Die medizinische Versorgung erfolgt durch eine medikamentöse Therapie, die ambulant geschehen kann. Nur bei Säuglingen oder bei Vorliegen der Scabies crustosa, der schweren Form der Krätze, ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Ziel der Therapie ist es, die Krätzmilben einschließlich der Eier und Larven abzutöten. Dafür kommen sowohl Mittel wie Cremes zum Einsatz, die Du auf die Haut auftragen kannst (lokale Therapie), als auch Arzneiprodukte zum Einnehmen (systemische Therapie).

Im Regelfall verschreibt Dir der Mediziner eine Creme, die Permethrin, ein Insektizid, enthält.
Permethrin bietet den Vorteil, dass es sich um einen wirksamen und gut verträglichen Wirkstoff handelt, der in etwas geringerer Dosis auch für Schwangere und Kinder geeignet ist. Spezialisten empfehlen die Permethrin-Creme abends einmalig auf den gesamten Körper, ausgenommen sind Kopf, Gesicht und Schleimhautbereich im Genital- und Analbereich, aufzutragen. Nach etwa acht bis zwölf Stunden solltest Du die Creme gründlich abwaschen.

Da die Permethrin-Creme die Haut reizen kann, verwendest Du anschließend am besten eine rückfettende Pflegelotion zur schnelleren Erholung.  Bei erfolgreicher Behandlung lässt der Juckreiz schnell nach. In seltenen Fällen dauert dieser noch über eine Woche an. Sind nach zwei Wochen immer noch Symptome vorhanden, solltest Du mit Absprache Deines Arztes die Behandlung wiederholen.

Alternative Wirkstoffe zur äußerlichen Behandlung, die meist dann zur Anwendung kommen, wenn Permethrin zu keiner Heilung führt, sind Crotamiton und Benzylbenzoat.
Salben, die Benzylbenzoat enthalten, solltest Du an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen auftragen, wobei oftmals eine Wiederholung der Behandlung nach einigen Tagen erforderlich ist.

Sollte die äußerliche Behandlung nicht anschlagen oder erst gar nicht möglich sein, etwa bei Menschen mit körperlicher Behinderung oder bettlägerigen Patienten, kann eine systemische Therapie zum Einsatz kommen. Weiterhin ist es ratsam die Skabies bei Personen mit starken Hautschädigungen systemisch zu behandeln, da lokale Salben oder Cremes die Haut zu stark reizen. Für die Scabies crustosa besteht ebenfalls eine Indikation zur systemischen Therapie. Bei der systemischen Behandlung nimmst Du den Wirkstoff Ivermectin in Tablettenform einmalig auf. In einigen Fällen ist eine zweite Anwendung nach ein bis zwei Wochen notwendig, um die Krätze erfolgreich zu behandeln. Nicht anwendbar ist Ivermectin bei Schwangeren. Auch bei Personen ab 65 Jahren sowie Kindern unter 15 Kilogramm Körpergewicht sollte der behandelnde Mediziner alternative Therapiemöglichkeiten in Betracht ziehen.

 

Was muss ich bei der Behandlung besonders beachten?

Im Allgemeinen sollten sich nicht nur Patienten mit gesicherter Diagnose behandeln lassen, sondern stets auch das engere Umfeld, selbst wenn noch keine Krankheitsanzeichen vorliegen sollten, da sich diese erst nach Wochen bemerkbar machen.

Zwar ist das Ansteckungsrisiko durch infizierte Kleidung, Wäsche oder Bettzeug gering, dennoch solltest Du Deine Kleidung bei 60° C waschen oder chemisch reinigen lassen. Nicht notwendig hingegen ist das Desinfizieren von Gegenständen und Oberflächen.
Utensilien, die sich nicht waschen lassen, kannst Du vier Tage in einem verschnürten Plastiksack lagern, wodurch die Milben absterben.

Kann ich die Erkrankung vorbeugen?

Sicher vorbeugen lässt sich die Erkrankung nicht, da auch keine wirksame medikamentöse Prophylaxe vorhanden ist. Geeignete Schutzmaßnahmen können allerdings helfen, das Risiko für eine Ansteckung zu minimieren. Achte vor allem darauf, engen Hautkontakt mit Infizierten sowie mit Menschen, die Kontakt zu bereits erkrankten Personen hatten, zu vermeiden. Ist ein Körperkontakt mit Erkrankten unumgänglich, beispielsweise bei der Pflege von Kindern oder älteren Menschen, empfehlen wir das Tragen von Einmalhandschuhen und langärmliger Kleidung.

Muss ich meinen Arbeitgeber/ die Schule/ den Kindergarten informieren?

Bei einer individuellen Skabies-Erkrankung liegt keine Meldepflicht vor.
Dennoch dürfen Erkrankte nicht in den Kindergarten, zur Schule oder zur Arbeit gehen. Wann keine Ansteckung mehr vorliegt, entscheidet der behandelnde Arzt.
Für auftretende Fälle in Gemeinschaftseinrichtungen, wie zum Beispiel Kindergarten oder Schule, besteht laut Infektionsschutzgesetz eine Meldepflicht an das Gesundheitsamt durch den Leiter der entsprechenden Einrichtung.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die anfallenden Kosten für Arzneimittel bei nachgewiesenem Vorliegen der Erkrankung. Meist erfolgt jedoch keine Kostenübernahme für eine vorbeugende Anwendung bei Kontaktpersonen.

 

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Bei der Krätze, medizinisch auch als Skabies bezeichnet, handelt es sich um eine ansteckende Hauterkrankung
  • Auslöser der Erkrankung ist die Krätzmilbe, deren Übertragung bei längerem Hautkontakt von Mensch zu Mensch erfolgt
  • Risikogruppen sind Menschen, die mit Infizierten längeren Kontakt hatten, Kinder, pflegebedürftige Senioren und abwehrgeschwächte Personen
  • Die Krätze lässt sich nicht sicher vorbeugen
  • Die Symptome können sich als Brennen, Jucken, Rötungen, feine rötliche Linien mit Knötchen, Quaddeln, Pusteln, Schuppungen, Krusten und Furunkel darstellen
  • Durch in die Haut eingedrungene Bakterien können Folgekrankheiten entstehen, zum Beispiel eine Blutvergiftung
  • Die Therapie erfolgt meist durch eine Permethrin-Creme oder systemisch durch Ivermectin
  • Erkrankte dürfen nicht in den Kindergarten, zur Schule oder zur Arbeit gehen. Bei Vorliegen von Skabies-Fällen muss der Leiter der Einrichtung dies dem zuständigen Gesundheitsamt melden
  • Bei nachgewiesenem Vorliegen der Erkrankung übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die medikamentöse Behandlung

 

Quellen

Gesundheitsstadt Berlin

Apotheken Umschau

Infektionsschutz.de

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