Hyaluronsäure gegen Falten – kleine Moleküle mit großer Wirkung?
Hyaluronsäure ist vielen Leuten ein Begriff, den sie automatisch mit Falten und Anti-Aging verbinden. Was viele nicht wissen: sie ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers! In diesem Beitrag erhaltet ihr Wissenswertes zur Hyaluronsäure-Behandlung und den verschiedenen Anwendungsgebieten des Fillers.

Der Name ist irreführend, denn eigentlich ist sie keine Säure, sondern eine Kette aus Zuckermolekülen. Zu finden ist sie unter anderem in unserem Bindegewebe, wo sie unterschiedliche Funktionen erfüllt:
Sie besitzt die Eigenschaft große Mengen an Wasser zu binden und ist somit dafür verantwortlich, dass unsere Haut jung und geschmeidig bleibt. Das macht sie für den Einsatz in der (ästhetischen) Medizin einzigartig. Neben der Wasserspeicherung fördert sie auch das Zellwachstum, und begünstigt dadurch eine schnellere Wund- und Narbenheilung. Zudem fungiert sie als natürliches Schmiermittel für unsere Gelenke.

Einsatzmöglichkeiten der Hyaluronsäure

Bei kosmetischen Behandlungen kommt die Hyaluronsäure mittels Unterspritzung gewisser Körperstellen zur Anwendung. Durch die volumengebenden Eigenschaften können Falten aufgefüllt, beziehungsweise optisch geglättet und Volumenverluste verbessert werden. Die Anwendung verspricht natürliche Ergebnisse, ohne dass die Haut aufgeplustert aussieht. Zudem ist eine Korrektur leichter optischer Deformitäten der Nase möglich.

Die positiven Wirkungen der Hyaluronsäure kommen jedoch nicht nur in der ästhetischen Medizin zum Einsatz: Patienten mit arthrose-geschädigten Gelenken können zum Beispiel Injektionen der Präparate erhalten, um die Schmierfähigkeit wiederherzustellen. Verwendet wird sie zudem in Medikamenten, wie Halstabletten, Nasensprays oder Augentropfen, um der Austrocknung der Schleimhäute entgegen zu wirken. Darüber hinaus ist sie auch in Pflege- und Reinigungslösungen für Kontaktlinsen zu finden.

Wie wird Hyaluronsäure hergestellt?

Früher gewannen Hersteller die in der Medizin verwendete Hyaluronsäure ausschließlich aus tierischen Produkten. Man extrahierte sie zum Großteil aus Hahnenkämmen. Der Nachteil: Tierische Eiweiße lassen sich nie vollständig entfernen. Auf diese reagieren manche Menschen allergisch. Zudem besteht das Risiko zur Übertragung von Krankheitserregern. Seit den 90er Jahren ist diese Herstellungsmethode überholt, da Forscher ein Verfahren entwickelten, mit dem sie „vegetarisches Hyaluron“ gewinnen konnten. Hierfür fermentiert man Eiweiße aus Hefe und erhält ein reineres Produkt, das zudem risikoärmer ist. Gänzlich sind die tierischen Produkte jedoch noch nicht vom Markt verschwunden, da sie meist billiger sind. Günstige Präparate können zu Schwellungen oder allergischen Reaktionen führen. Unsere Experten verwenden nur hochwertige Hyaluronsäure, welche nicht aus tierischen Eiweißen gewonnen wird und auch nicht an Tieren getestet wurde!

Ästhetische (Falten-) Unterspritzung mit Hyaluronsäure-Fillern

Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers eigene Hyaluronsäure zu produzieren kontinuierlich ab, wodurch die Haut mit weniger Feuchtigkeit versorgt wird. Zusätzlich setzen wir sie täglichen Strapazen wie Stress, Sonnenstrahlung, Zigaretten und mehr aus. Die Konsequenz sind Falten und schlaffe Haut.

Folglich erfreuen sich nicht-invasive Verfahren zur Faltenbehandlung großer Beliebtheit, da sie kostengünstiger und risikoärmer als operative Eingriffe sind. Besonders beliebt sind Injektionstherapien mit Fillern: In Deutschland ist jede fünfte ästhetische Behandlung eine Hyaluronsäure-Unterspritzung (DGÄPC-Statistik 2016), knapp gefolgt von Botox©. Weltweit kam Hyaluron in der ästhetischen Medizin im Jahr 2016 mehr als drei Millionen Mal zum Einsatz!

Bei korrekter Anwendung werden durch die Hyaluronsäure-Behandlung Falten geglättet und Volumen aufgebaut.

Sie ist besonders geeignet für die Verbesserung von:
  • Lachfalten (Nasolabialfalten)
  • Augenfalten (Krähenfüße)
  • Falten an Lippen, Kinn und Stirn
  • Hängenden Mundwinkeln
  • Eingefallene Schläfen
  • Lippenvolumen
Die positiven Eigenschaften der Substanz können Ärzte auch nutzen, um Veränderungen an der Nase durchzuführen. Eine Unterspritzung ermöglicht kleine Korrekturen, wie zum Beispiel einer Höckernase, Sattelnase oder einer eingefallenen Nasenspitze. Nicht empfehlenswert ist eine nicht-operative Behandlung bei starken Deformitäten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie Atembeschwerden. Falls Du mehr zur operativen Nasenkorrektur erfahren willst, lies doch unseren Blog-Beitrag zum Thema Rhinoplastik.

Verlauf der Hyaluronsäure-Behandlung

Die Behandlung wird ambulant in der Praxis Deines Arztes durchgeführt. Als Erstes wird die Haut gereinigt und desinfiziert. Falls Du danach nicht ungeschminkt hinaus möchtest, vergiss also dein Make-Up nicht! Anschließend injiziert der behandelnde Experte die Hyaluronsäure in kleinen Mengen mit einer feinen Nadel in und unter die Haut. Abhängig von den zu behandelnden Regionen, dauert die Unterspritzung ohne Vorgespräch etwa 10-20 Minuten.

Die Behandlung ist zwar ein wenig unangenehm, aber Schmerzen wirst Du in der Regel kaum verspüren. Am Markt existieren verschiedene Hersteller für Hyaluronsäure-Filler, die sich in der Zusammensetzung ein wenig unterscheiden. Einige dieser Filler enthalten bereits ein Lokalanästhetikum und sorgen so für Linderung. Manchmal wird auch vorab eine schmerzlindernde Salbe aufgetragen.

Das Ergebnis ist umgehend sichtbar und Du bist für gewöhnlich sofort wieder gesellschaftsfähig, weshalb man die Behandlung oft als „lunchtime treatment“ bezeichnet. Lediglich intensiven Sport solltest Du in den ersten Tagen vermeiden. Nach vier bis zehn Monaten verliert die Hyaluronsäure ihre Wirkung, da der Körper sie langsam abbaut. Eine Auffrischung der Injektionen kann beliebig oft erfolgen.Hyaluronsäure gegen Falten – kleine Moleküle mit großer Wirkung?

Risiken der Hyaluronsäure-Behandlung

Nach der Unterspritzung kommt es gelegentlich zu Rötungen, Schwellungen oder blauen Flecken, die jedoch schnell wieder verschwinden. Selten bilden sich kleine Knötchen oder ein Herpes-Schub bricht aus. Die Unterspritzung mit der Hyaluronsäure ist also sehr risikoarm und im Allgemeinen gut verträglich. Wichtig ist jedoch, dass ein ausgebildeter Arzt die Behandlung durchführt. Durch die falsche Anwendung des Fillers kann es zu unschönen Ergebnissen oder Infektionen kommen. Im schlimmsten Fall bilden sich Verhärtungen oder gar Nekrosen, welche operativ behandelt werden müssen. Auch bei einem nicht-invasiven Eingriff, wie der Hyaluronsäure-Unterspritzung, raten wir Dir bei Deiner ersten Behandlung zu einem ausführlichen Beratungsgespräch mit einem Experten. Nur so wird gewährleistet, dass der Arzt Deine individuellen Wünsche berücksichtigt und das Ergebnis Deinen Vorstellungen entspricht.

Was ist der Unterschied zwischen Botox© und Hyaluronsäure?

Botulinumtoxin ist ein flüssiges Eiweißprotein, das aus einem Bakterium gewonnen wird. Bei der Behandlung beugt man der Faltenbildung vor, indem man den Wirkstoff direkt in den Muskel spritzt und diesen dadurch entspannt. Das Ergebnis ist meist erst nach fünf bis zehn Tagen sichtbar und hält ungefähr drei bis sechs Monate.

Die Hyaluronsäure ist ein natürlicher gelartiger Feuchtigkeitsspeicher, den der Arzt in bzw. unter die Haut spritzt. Dank der wasserbindenden Eigenschaft kann Volumen aufgebaut und statische Falten können reduziert werden. Das Ergebnis ist meist sofort sichtbar und hält in etwa vier bis zehn Monate.

Unser heutiger mooci Expertentipp kommt von Dr. Nikolaus Schicher aus Klagenfurt.

Unser Expertentipp:

Dr. Nikolaus Schicher - Expertentipp
Dr. Nikolaus Schicher, Facharzt für Dermatologie
Immer mehr Patientinnen und Patienten streben danach die Zeichen der Zeit ein wenig zu mildern. Behandlungen mit Hyaluronsäure bieten hierzu die ideale Behandlungsoption, da sie ein hohes Maß an Verträglichkeit, sofortige Ergebnisse liefern sowie kaum mit Schmerzen verbunden sind. Zudem gibt es keine Ausfallszeit für die Patienten. Durch die unterschiedliche Viskosität der Produkte kann jede zu behandelnde Ebene mit dem geeigneten Produkt injiziert werden.

Der Trend in der Filler Behandlung geht dahin, die natürlichen Konturen wieder zu definieren und verloren gegangenes Volumen zu ersetzen, um so ein frischeres aber gänzlich natürliches Aussehen zu erzielen. Nicht die Falte wird behandelt, viel mehr wird an den auslösenden Punkten der Faltenentstehung angesetzt. Um die Ergebnisse zu optimieren, ist auch eine Kombination mit Botulinumtoxin oder Fäden jederzeit möglich.

Wichtig ist aber vor allem im Aufklärungsgespräch genau zu erläutern, welche Ergebnisse realistisch sind und ebenso, dass diese Behandlungen nicht nach dem “one-stop-shop-Prinzip“ funktionieren. Optimale Ergebnisse beginnen bei der richtigen Hautpflege und erfordern oft wiederholte Behandlungen im Abstand von mehreren Monaten.

Kosten einer Hyaluronsäure-Behandlung

Der Preis für eine Behandlung mit Hyaluronsäure variiert von Patient zu Patient. So sind zum Beispiel die Region, der Aufwand, die Menge und das Filler-Produkt Einflussfaktoren. Grundsätzlich kostet eine Ampulle in etwa 290 – 380 Euro. In der Regel werden in einer Sitzung ein bis zwei Ampullen benötigt. Um eine exakte Auskunft zu den Behandlungskosten zu erhalten, solltest Du Dich von einem Experten beraten lassen.

Die wichtigsten Informationen zur Hyaluronsäure-Behandlung:

  • Mit der Hyaluronsäure-Behandlung kann die Haut Volumen erhalten
  • Falten werden vermindert
  • Das Ergebnis ist sofort sichtbar und hält vier bis zehn Monate
  • Die Schmerzen sind minimal, die Risiken gering
  • Die Technik ist nicht-invasiv, die Hyaluronsäure wird durch Injektionen abgegeben
  • Die Kosten belaufen sich auf ungefähr € 290 – € 380 pro Ampulle


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