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Ohrenkorrektur – Otoplastik

Eine Deformierung der Ohren ist angeboren und kann vor allem bei Kindern zu einer starken psychischen Belastung aufgrund von Hänseleien im Kindergarten und in der Schule führen. Durch die Plastische und Rekonstruktive Chirurgie ist es möglich, eine Fehlbildung gut zu beheben und kann, den teils noch jungen Patienten, wieder ein neues Lebensgefühl verleihen.

Fehlbildungen der Ohren.

Eine Fehlbildung kann nur operativ korrigiert werden. Zum einen kann ein Defekt genetisch veranlagt sein, zum anderen kann dieser auch durch äußere Einwirkungen verursacht werden. Gerade im ersten Trimester einer Schwangerschaft können übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum sowie Medikamente, Kaffee und Röntgenstrahlungen das Risiko einer Fehlbildung erhöhen. Das Ohr kann sich durch negative Einflüsse nicht richtig beziehungsweise nicht vollständig entwickeln. Nachfolgend stellen wir die häufigsten Fehlbildungen kurz vor.

Abstehende Ohren: Bei abstehenden Ohren, auch bekannt als Segelohren, stehen die Ohren deutlich vom Kopf ab, was an einer mangelnden Ausbildung der Ohrmuschel-Hauptfalte (Anthelix) oder einer zu großen Ohrmuschel liegen kann.

Mikrotie: Bei der Mikrotie liegt eine Fehlbildung der Ohrmuschel vor. Der Gehörgang ist dabei nur sehr klein oder fehlt zur Gänze. Eine Knorpelplatte, welche das Außenohr vom Innenohr abtrennt, ist dafür verantwortlich, dass die Hörleistung stark eingeschränkt ist. Häufig tritt die Mikrotie auf beiden Ohren auf und wird von den Medizinern in vier Stufen unterteilt:

  • Grad 1: Minimale Fehlbildung; größtenteils normale Anatomie des Ohrs
  • Grad 2: Ohrmuschel ist normal; Gehörgang ist jedoch kleiner oder vollständig verschlossen
  • Grad 3: Die Form des Ohrs ähnelt einer Erdnuss und es gibt keinen Gehörgang
  • Grad 4: Das äußere Ohr und der Gehörgang fehlen

 

Operative Korrekturen.

Wie bereits erwähnt, kann der Arzt eine Fehlbildung der Ohren nur operativ korrigieren. Je nach Ausgangssituation gibt es unterschiedliche Techniken, die Deformität zu beheben.

Ein Eingriff kann bereits ab dem fünften Lebensjahr durchgeführt werden, da die Entwicklung des Ohres bereits abgeschlossen ist. Außerdem hat die Operation keine Auswirkungen auf das weitere Wachstum der Ohren.

Korrektur von Segelohren:

Eltern sollten ihre Kinder nicht zu einer Operation drängen. Sollte es aber zu Hänseleien im Kindergarten oder in der Schule kommen, so ist es sinnvoll, mit einem Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen über eine Korrektur der abstehenden Ohren zu sprechen.

Die Operation wird bei Kindern entweder unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt. Es gibt zwei unterschiedliche Techniken, um die Ohren anzulegen: Zum einen kann ein Schnitt durch den Knorpel erfolgen, zum anderen kann eine knorpelschonende Technik zum Einsatz kommen. Bei beiden Verfahren setzt der Chirurg die Schnitte an der Ohrrückseite. Welche Methode der Arzt anwendet, bespricht er vorab im Beratungs- und Aufklärungsgespräch ganz genau mit den Patienten.

Bei dem Schnitt durch den Knorpel entfernt der Chirurg zunächst den Hautüberschuss und schneidet anschließend einen Teil des Knorpels aus dem Ohr heraus. Wenn der Arzt die Nähte setzt, kann er das Ohr noch leicht nachmodellieren. Wendet er aber die knorpelschonende Technik an, so entfernt er anfangs ebenfalls überschüssige Haut, jedoch braucht es keinen weiteren Schnitt mehr in den Knorpel. Durch mehrere Stiche in den Knorpel kann der Chirurg die Ohrmuschel-Falte bilden.


Sobald der Arzt die Wunden vernäht hat, platziert er Watte auf den Ohren und wickelt noch eine Bandage um den Kopf. In der Regel dauert die Korrektur der abstehenden Ohren eine Stunde.

Voruntersuchung beim HNO-Arzt
Voruntersuchung beim HNO-Arzt

Korrektur einer Mikrotie:

Die Korrektur einer Mikrotie ist äußerst anspruchsvoll und erfordert vom Chirurgen ein hohes Maß an Erfahrung. Der Eingriff fällt unter die rekonstruktive Chirurgie und kann auf mehrere Arten durchgeführt werden.

Bei einer Mikrotie muss der Arzt das Ohr rekonstruieren, was mithilfe von körpereigenem Gewebe oder einem Implantat erfolgen kann. Diese Rekonstruktionen sind sehr aufwendige Verfahren und finden daher nur unter Vollnarkose statt. Die Dauer des Eingriffs beträgt in etwa zwei Stunden.

Wenn der Arzt sich für eine Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe entscheidet, formt er ein Ohrgerüst aus Teilen der Rippe, welche er bereits in einer vorherigen Operation entnommen hat. In einem zweiten Eingriff entfernt er zunächst Haut an einer unauffälligen Stelle und legt diese dann über das geformte Gerüst. Meist muss der Eingriff zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal wiederholt werden, um die gewünschte Ohrform zu erreichen.

Wenn der Chirurg die Rekonstruktion mithilfe eines Implantats durchführt, muss er ebenfalls Haut entfernen und diese über das Implantat legen. Die Vorteile dieser Methode sind eindeutig: Es entfällt mindestens eine Operation, da der Arzt keine Rippenteile entfernen muss. Zudem ist die Operationsdauer kürzer. Allerdings ist ein Implantat ein Fremdkörper und es kann im Gegensatz zum körpereigenen Gewebe zu Abstoßungsreaktionen kommen.

Durch die Rekonstruktion der Ohren, kann der Chirurg außerdem das Hörvermögen des Patienten deutlich verbessern.

Nach dem Eingriff.

Wenn der Arzt die Korrektur unter örtlicher Betäubung durchgeführt hat, so darf der Patient direkt nach der Behandlung wieder nach Hause. Sollte die Operation unter Vollnarkose stattgefunden haben, ist es möglich die Klinik nach einigen Stunden zu verlassen, außer der Chirurg empfiehlt eine Übernachtung.

Die Schmerzen können vor allem in den ersten Tagen nach der Operation sehr stark sein, weswegen der Arzt schmerzlindernde Medikamente verschreibt. In den meisten Fällen treten zudem auch Schwellungen auf, welche aber innerhalb von zwei Wochen wieder vollständig abklingen.

Die Bandage wird nach einigen Tagen bei einem Kontrolltermin gewechselt und mit einem feineren Verband ersetzt. Dieser sollte vor allem nachts getragen werden, damit die Wundheilung besser verläuft.

Wenn der Chirurg Fäden verwendet hat, die sich nicht von selbst auflösen, so entfernt er diese nach etwa ein bis zwei Wochen. Erst nach der Entfernung der Nähte, kann der Patient wieder Haare waschen. Duschen ist vorher bereits erlaubt, allerdings muss der Patient darauf achten, dass die Nähte trocken bleiben.

Kinder und Jugendliche können nach einer Woche wieder in die Schule, sollten aber für mindestens ein bis zwei Wochen eine Befreiung für den Sportunterricht haben. Erwachsene können nach etwa fünf bis sieben Tage wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, sollten allerdings in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff auf sportliche Betätigung verzichten.

Risiken und Komplikationen.

Die Schmerzen sind bei Erwachsenen stärker als bei Kindern, weil die Ohren  im Laufe der Entwicklung mit deutlich mehr Nerven versorgt werden. Deshalb empfehlen Ärzte, die Operation bereits im Kindesalter durchführen zu lassen.

Da es sich um einen operativen Eingriff handelt, besteht immer ein Infektionsrisiko. Allerdings tritt eine Infektion äußerst selten auf und kann medikamentös behandelt werden. Eine  häufigere Komplikation sind Nachblutungen, welche der Chirurg  allerdings schnell und einfach stoppen kann.

Sollte der Patient Rauchen, besteht ein erhöhtes Risiko für das Absterben der Haut im operierten Bereich. Durch das Rauchen wird die Durchblutung stark gehemmt und in sehr seltenen Fällen kann der Körper das Gewebe nicht mehr richtig mit Blut versorgen und es kommt folglich zu einer Nekrose.  

Kosten.

In Österreich übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Ohrenkorrektur (Anlegen von Ohren) bis zum Alter von 16 Jahren. Auch in Deutschland übernimmt die Krankenkasse die Kosten bis zum 14. Lebensjahr. Allerdings verlangen die Krankenkassen häufig ein psychologisches Gutachten, bei dem eine „psychische Beeinträchtigung“ diagnostiziert wurde. Die Bestätigung müssen die Eltern vor der Operation einreichen, damit die Versicherung für die anfallenden Kosten aufkommt.

Ab 14 bzw. 16 Jahren muss der Patient den Eingriff selbst bezahlen. Die Preise für eine Ohrenkorrektur lassen sich pauschal nicht nennen, da es immer auf die Indikation, den Aufwand sowie die Anästhesie (Vollnarkose oder Dämmerschlaf) ankommt. Dabei können sich die Kosten zwischen 1.500€ und 5.000€ bewegen.

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zur Ohrenkorrektur zusammengefasst:

  • Bei abstehenden Ohren hat sich die Ohrmuschel-Hauptfalte nur mangelhaft entwickelt.
  • Bei der Mikrotie liegt eine Fehlbildung der Ohrmuschel vor, welche in vier Stufen unterteilt wird.
  • Am häufigsten führt man das Anlegen der Ohren bei Kindern vor der Einschulung durch.
  • Die Kosten für das Ohrenanlegen übernimmt je nach Land die Krankenkasse  bis zum 14. oder 16. Lebensjahr.

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