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Wissenswertes über Haarausfall

Viele Menschen sind von Haarausfall (Alopezie) geplagt. Die Ursache ist dabei meist sehr unterschiedlich. Die Betroffenen fühlen sich häufig in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und schämen sich dafür. In den meisten Fällen kann ein Experte jedoch herausfinden, woher Deine Beschwerden kommen und Dir dabei helfen die Symptome zu lindern, oder komplett zu beseitigen.

Auslöser für Haarausfall

Der Mensch verliert tagtäglich eine gewisse Menge an Haaren. Das ist vollkommen normal und absolut kein Grund zur Besorgnis. Solltest Du aber plötzlich büschelweise Haare verlieren, oder auf einmal kahle Stellen auf dem Kopf entdecken, dann ist es wichtig so schnell wie möglich zu handeln, um die Ursache ausmachen zu können.

Bei manchen Menschen ist der Haarausfall erblich bedingt, aber auch eine Schwangerschaft, Hormonumstellungen, die Schilddrüse oder Stress können den Ausfall der Haare begünstigen. In vielen Fällen handelt es sich um eine temporäre Form des Haarausfalls, was bedeutet, dass die Haare nach einer gewissen Zeit wieder nachwachsen, da die Haarfollikel nicht beschädigt sind.

Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie):

Etwa jede zweite Frau und jeder zweite Mann leiden unter erblich bedingtem Haarausfall. Während sich dies bei den Männern meist durch beginnende Geheimratsecken andeutet, lichten sich bei Frauen normalerweise die Stellen entlang des Scheitels. Der Auslöser für Haarausfall kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei Männern wandelt sich Testosteron in DHT (Dihydrotestosteron) um, die Haarfollikel reagieren überempfindlich auf das Umwandlungsprodukt und stellen die Haarproduktion ein. Bei Frauen spielt das DHT eine untergeordnete Rolle. Es wird vermutet, dass eine zu geringe Aktivität der Aromatase im Haarfollikel ursächlich für den Ausfall ist, da durch diese die Androgene nicht in ausreichendem Maße in Östrogene umgewandelt werden.

Ausfall der Haare durch Stress:

Stress ist ebenfalls ein häufiger und nicht zu unterschätzender Auslöser für Haarausfall. Mutest Du Deinem Körper zu viel zu, dann wirkt sich das negativ auf Deinen Haarzyklus aus. Die Stresshormone beeinflussen die Haarfollikel und führen dazu, dass sich diese entzünden und absterben: es bilden sich kahle Stellen.

Nährstoffmangel:

Ein Mangel an wichtigen Nährstoffen kann unterschiedliche Ursachen haben. So führen zum Beispiel eine einseitige Ernährung, chronischer Alkoholkonsum, künstliche Ernährung, Magersucht oder eine übermäßige Diät dazu, dass Deinem Körper wichtige Mineralien und Vitamine fehlen.

Schwangerschaft/ Hormonumstellungen:

Bei Frauen tritt Haarausfall häufig in Verbindung mit einer Umstellung des Hormonhaushalts auf. Während einer Schwangerschaft wachsen Deine Haare meist schneller und dichter. Nach der Geburt des Kindes fallen die Haare dafür vermehrt aus. Eine Veränderung der Hormone findet ebenfalls während der Wechseljahre statt. Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung der Antibabypille, welche ebenfalls in Deinen Hormonhaushalt eingreift. Bei Männern kann ein zu hoher Testosteronspiegel dafür sorgen, dass immer mehr Haare ausfallen.

Schilddrüsenerkrankung:

Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann dazu führen, dass Du immer mehr Haare verlierst. Bei einer Überfunktion produziert der Körper zu viele Hormone, welche die Haare zu früh in die sogenannte Ruhephase schicken. Deine Haare wachsen zwar schneller nach, dafür fallen sie nach nur kurzer Zeit wieder aus. Bei der Unterfunktion trocknen Deine Haare aus und fetten nicht mehr nach, weswegen sie häufig abbrechen und vermehrt ausfallen. Ebenso kann sich der Durchmesser Deiner Haardicke verringern. Lässt Du die Erkrankung der Schilddrüse behandeln, stehen die Chancen gut, dass sich Dein Haarwuchs ebenfalls wieder normalisiert. Je konsequenter Du die Behandlung durchführst, desto positiver sind die Auswirkungen.

Medikamente:

Es gibt einige Medikamente die Haarausfall zu ihren Nebenwirkungen zählen. So enthalten beispielsweise viele Arzneien, welche Ärzte gegen Akne verschreiben, sogenannte Retinoide. Zwar sind diese eng mit Vitamin A verwandt und tragen dazu bei, die Haarfollikel zu schützen, doch bewirken sie bei einer Überdosierung genau das Gegenteil. Der Überschuss an Retinoiden versetzt die Haare in eine Art Koma, woraufhin sie ausfallen. Mit dem Absetzen der Pharmazeutika, verschwinden die Nebenwirkungen mit zeitlicher Verzögerung meist wieder.

Die bei Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen vom Arzt verschriebenen Medikamente enthalten häufig Beta-Blocker, welche ein Absterben der Haarwurzeln begünstigen. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch nach dem Absetzen der Arznei die Haare nicht mehr nachwachsen.

Arten von Haarausfall:

Diffuser Haarausfall:

Verlierst Du die Haare am gesamten Kopf und nicht nur an einer einzigen Stelle, dann spricht die Medizin von einem diffusen Haarausfall. Anfangs bemerkst Du den Verlust eventuell nicht, doch mit der Zeit siehst Du, dass Dein Kopfhaar merklich ausdünnt. Allerdings bekommst du keine komplett kahlen Stellen. Die Ursachen sind meist, Stress, Schilddrüsenerkrankungen, Hormonschwankungen und Eisenmangel. Gerade die beiden zuletzt genannten Gründe sind oft dafür verantwortlich, dass vor allem Frauen von diffusem Haarausfall betroffen sind.

Kreisrunder Haarausfall:

Hier kommt es zu einem kreisrunden oder ovalen Haarausfall. Es ist möglich, dass dieser ganz plötzlich auftritt und sich über den Kopf ausbreitet, da sich die kahlen Stellen vereinen. In manchen Fällen sind ebenfalls Augenbrauen, Bart und Wimpern von dem Ausfall betroffen. Die gute Nachricht ist, dass Deine Haarwurzeln erhalten bleiben und nach einiger Zeit die Haare wieder nachwachsen können. Stress spielt häufig eine Rolle, zugrunde liegt aber eine Erkrankung des Autoimmunsystems.

Die Medizin geht davon aus, dass sich die Abwehrzellen gegen die eigenen Haarfollikel richten und dort eine Entzündung hervorrufen. Ein Stillstand des Haarwachstums und der Haarverlust sind die Folge. Heilt die Entzündung ab, können auch Deine Haare wieder wachsen.

Vernarbender Haarausfall:

Dem vernarbenden Haarausfall geht häufig eine Erkrankung der Kopfhaut voraus, aber auch Verbrennungen und Verätzungen gehören zu den Ursachen. Die Haut am Kopf wird angegriffen und die Haarfollikel dauerhaft zerstört. Es bilden sich Narben und die Haare beginnen auszufallen. Die entstandenen kahlen Stellen lassen sich nur schwer behandeln und sind in den meisten Fällen irreversibel.

erblich bedingter Haarausfall
erblich bedingter Haarausfall

Therapiemöglichkeiten:

Bevor Du Dich mit den unterschiedlichen Arten der Therapien gegen Haarausfall auseinandersetzt, solltest Du zunächst einen Arzt aufsuchen. Er führt ein paar Tests durch und kann Dir anschließend die genaue Ursache für Deinen Haarverlust sagen. Es gibt keine einheitliche Methode, mit welcher sich alle Ursachen behandeln lassen, weshalb die Diagnose eines Mediziners unerlässlich ist.

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Shampoos/Öl gegen Haarausfall:

Koffein und L-Arigin:

Nimmst Du Koffein zu Dir, dann erweitern sich die Gefäße in Deinem Körper und es findet eine bessere Durchblutung statt. Auf die Kopfhaut angewendet bedeutet dies, dass das koffeinhaltige Shampoo zu den Haarwurzeln durchdringt. Diese öffnen sich und können so wichtige Nährstoffe besser aufnehmen, was wiederum dazu führt, dass die Haare schneller und kräftiger nachwachsen. L-Arigin gehört zu den basischen Aminosäuren und nimmt eine wichtige Funktion bei vielen biologischen Prozessen im Körper ein. Von der Wirkungsweise her funktioniert es wie Koffein.

Arganöl-(Shampoo):

Arganöl besitzt eine revitalisierende Wirkung und kommt in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Das Öl kannst Du in verschiedenen Formen zu Dir nehmen. Schnelle Ergebnisse erzielst Du, indem Du das Arganöl leicht erwärmst und es Dir sanft in die Kopfhaut einmassierst, Deine Haare für 30 Minuten mit einem Handtuch bedeckst und es anschließend entweder mit kaltem Wasser ausspülst, oder mit Arganöl-Shampoo rauswäschst. Am besten lässt Du Deine Haare danach an der Luft trocknen. Die im Öl und Shampoo enthaltenen Stoffe, wie Vitamin E, Carotinoide und Linolsäure, können den Haarwuchs entscheidend fördern.

Stressvermeidung und Ernährungsumstellung:

Es ist wichtig, dass Du versuchst die Stressfaktoren in Deiner Umgebung zu reduzieren. Gönne Dir nach Möglichkeit mehr Auszeiten von Deinem Alltag. Auf diese Weise können sich auch Deine Haarwurzeln erholen und neue Haare produzieren. Eine Umstellung deiner Ernährung ist ebenso ratsam. Biotin, Vitamin B-12, Folsäure, Eisen und Zink tragen zu einem gesunden Haarwachstum bei. Vor allem bei Frauen kann es aufgrund des Blutverlustes während der Periode zu einem Eisenmangel kommen. Es ist wichtig, dass Du auf eine ausgewogene Ernährung achtest, denn das kurbelt Deinen Zellstoffwechsel zusätzlich an.

Eigenbluttherapie (PRP-Methode):

Hier entnimmt Dir der Arzt Blut und isoliert das darin enthaltene Plasma. Anschließend injiziert er Dir dieses in die vom Haarausfall betroffene Region. Durch die Aktivierung der im Blutplasma enthaltenen Thrombozyten, setzen sich Proteine frei, welche die Bildung neuer Haarwurzeln anregen. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, solltest Du die Behandlung etwa drei- bis fünfmal durchführen lassen. Nebenwirkungen sind so gut wie ausgeschlossen, da es sich um eine körpereigene Substanz handelt. Nachteile sind unter anderem, dass die Therapie zeitaufwändig ist und es noch keine Langzeitstudien gibt. Die Kosten fallen je nach Institut unterschiedlich aus, in der Regel musst Du mit ca. 200-400 Euro pro Eingriff rechnen.

Kunsthaarimplantation:

In manchen Ländern kommt die Methode der Implantation von Kunsthaar auch heute noch zum Einsatz. Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung. Mit einem speziellen Gerät implantiert der Arzt die Haare einzeln auf der kahlen Stelle am Kopf. Am Ende der künstlichen Haare befindet sich eine kleine Schlaufe. Während des Heilungsprozesses wächst das Bindegewebe durch die Schlaufe hindurch, wodurch das Haar vor einem versehentlichen Ausreißen geschützt ist. Ein Nachteil von Kunsthaar ist, dass es nicht so belastbar ist wie das eigene Haar. Es neigt dazu, schneller zu brechen, was den Behandlungserfolg deutlich mindert. Zudem können die Haare nicht wachsen. Unter Umständen kann es ebenfalls zu einer Abstoßungsreaktion kommen, da das Immunsystem die Haare als Fremdkörper wahrnimmt. Du musst mit Kosten von etwa 2000-8000 Euro rechnen.

Eigenhaartransplantation:

Bei der Haartransplantation zeichnet der Arzt die Stelle ein, aus welcher er später die Haare für die Transplantation entnimmt. Anschließend wird das Spendergebiet bis auf wenige Millimeter rasiert, um die einzelnen Follikel besser entnehmen zu können. Der behandelnde Mediziner betäubt das Donorgebiet und entnimmt daraus mit Hilfe einer Hohlnadel die Haarfollikel. Als nächstes betäubt der Spezialist die Empfänger-Region und bereitet diese für die kommenden Haarfollikel vor, indem er mit Hilfe der Nadel “Kanäle” auf der Kopfhaut schafft. Im letzten Schritt pflanzt der Spezialist die entnommen Haargrafts dort hinein. Risiken sind unter anderem Wundheilungsstörungen und Narbenbildung. Es sind auch hier mit Kosten von etwa 2000 bis 8000 Euro zu rechnen.

Unser Expertentipp:

 

Dr. Margit Meidinger - Expertentipp
Dr. Margit Meidinger, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Volles und gesundes Haar symbolisiert Schönheit und Vitalität. Werden die Haare dünner und weniger, kann es sowohl für Männer, als auch für Frauen ein besorgniserregender, psychisch belastender Zustand sein. Von Haarausfall wird dann gesprochen, wenn mehr als 100 Kopfhaare täglich verloren gehen und diese nicht durch neue ersetzt werden. 

Haarausfall kann verschiedenste Ursachen haben. Zu den häufigsten zählen Stress, hormonelle Veränderungen, sowie diverse Mangelzustände. Weiters gibt es Erkrankungen der Haare und Kopfhaut, die zu einem Haarverlust führen können. Hierzu gehören auch Erkrankungen, die mit Entzündungen und in seltenen Fällen auch mit Vernarbungen einhergehen können.

Die Behandlung stellt eine Herausforderung für Arzt und Patient dar. Daher ist eine ausführliche Abklärung unbedingt erforderlich. Im Rahmen der Erstvorstellung wird eine detaillierte Krankengeschichte erhoben und eine genaue Untersuchung durchgeführt. Die Auflichtmikroskopie von Kopfhaut und Haaren (Trichoskopie) kann weitere diagnostische Hinweise liefern. Anschließend kann der behandelnde Spezialist weitere diagnostische Maßnahmen treffen – wie eine Laboruntersuchung und in seltenen Fällen auch die Entnahme einer kleinen Hautprobe, um die Ursachen des Haarausfalls herauszufinden.

Die möglichen Therapien sind dann stark von der zugrundeliegenden Ursache des Haarausfalles abhängig. Je nachdem um welche Art von Haarausfall es sich handelt, können zum Beispiel aufgetragene wirkstoffhaltige Lösungen oder auch eine Eigenbluttherapie gute Ergebnisse erzielen. Sofern es sich um eine entzündliche Haarerkrankung handelt, werden wiederum andere Therapieoptionen erwogen.

Da das Thema Haarausfall ein breites Spektrum an Ursachenforschung sowie unterschiedlicher Therapiemöglichkeiten eröffnet, ist spezifisches, aktuelles Fachwissen erforderlich. Als Dermatologin mit gezielter Erfahrung in der Behandlung von Haarausfall, widme ich mich jeder Patientin und jedem Patienten mit dem Wunsch nach gesundem Haar mit größtem Engagement und Zuversicht. Leiden auch Sie unter Haarausfall? Ich bin gerne für Sie da!

 

 

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